Tapezieren

Wände und Decken tapezieren

Beim Tapezieren unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Tapeten. Zum einen, Tapeten, die eingekleistert werden und weichen müssen, dies sind in der Regel Papiertapeten wie zum Beispiel Raufaser.

Zum anderen, Tapeten, die nicht weichen müssen, wie beispielsweise Vliestapeten oder auch Glasfasertapeten. Bei Vliestapeten wird der Kleber direkt auf die Wand aufgebracht und die Tapete trocken eingelegt. Allerdings ist der Klebeauftrag auch direkt auf die Tapete möglich.

Tapetenmenge ermitteln

Ist die Wahl der Tapete getroffen, geht es an die Mengenberechnung. Standardtapeten (Eurorolle) haben ein Maß von 10.05 Meter Länge und eine Breite von 53 Zentimeter. Raufaser haben eine Länge von 33,5 Meter bzw. 15 Meter.

Faustregel (Eurorolle): Normale Raumhöhe bis 2,50m ergibt pro Rolle ohne Muster 4 Bahnen und mit Muster 3 Bahnen.

Zuerst ermitteln Sie die Anzahl der Bahnen, dann die Bahnenlänge und danach die Anzahl der Bahnen, die Sie aus einer Rolle bekommen. Angenommen Sie benötigen 25 Bahnen je 2,40 Meter, dann bekommen Sie 4 Bahnen aus einer Rolle heraus. Somit teilen Sie die 25 Bahnen durch 4, dieses Ergebnis runden Sie auf. Es werden in diesem Fall also 7 Rollen benötigt.

Anzahl der Tapetenbahnen = Raumumfang : Tapetenbreite (Ergebnis immer aufrunden)

Bahnenlänge = Raumhöhe + Rapport (nur bei Mustertapeten) + Zugabe (ca.5-10cm)

Anzahl der Bahnen je Rolle = Rollenlänge : Bahnenlänge (Ergebnis immer abrunden)

Prüfen des Untergrundes

Alte Tapeten sollten natürlich entfernt werden, in Neubauten sollte grundsätzlich eine Grundierung aufgebracht werden, auch ein Vorkleistern mit verdünntem Kleister schadet nicht. Alte Leimfarben müssen entfernt werden. Rostflecken sind abzusperren.

Bei Altuntergründen muss zusätzlich die Haftfähigkeit überprüft werden, einfach mal mit der Hand drüber wischen, hierbei sollte der Untergrund nicht sanden. Lackfarben sind anzulaugen.

Die Werkzeuge

Tapezierwerkzeug

1. Kleisterbürste
2. Tapetenmesser
3. Zollstock
4. Andrückspachtel
5. Schere
6. Tapezierbürste
7. Nahtroller
8. Lot
9. Cuttermesser
10.Spachtel
11.Moosgummispachtel
12.Wasserwage

Zuschnitt

Ist die Länge zuzgl. Verschnitt ermittelt, werden die Tapetenbahnen entsprechend auf dem Tapetentisch abgerollt und abgeschnitten. Machen Sie immer nur kleine Stapel von 6 – 8 Bahnen.

Kleister/ Kleber

 

Den Kleister bzw. Kleber gibt es in Pulverform und wird den Herstellerangaben entsprechend mit Wasser angerührt. Für Feuchträume können noch Haftverstärker zugemischt werden. Der Kleister wird mit einer Kleisterbürste auf die Tapete aufgetragen. Dabei wird der Stapel an die hintere Tischkante gelegt und jeweils immer eine Tapete bündig an die vordere Seite gezogen und der Kleister von der Mitte nach Außen aufgetragen.

 

Weichen

Papiertapeten nehmen die Feuchtigkeit des Kleisters auf, dadurch verändert sich die Größe der Tapete in der Breite um bis zu einem Zentimeter. Kleben Sie nun die Tapete ohne Weichzeit direkt auf die Wand, kommt es infolge der Maßänderung zu Falten, die beim Abtrocknen nicht zurückgehen. Die Weichzeit beträgt 10-15 Minuten. Hier hilft ein Blick in den Beipackzettel. Nach dem Einkleistern wird die Tapete so zusammengelegt, dass sie 2/3 und 1/3 liegt, wobei der 2/3 Bereich der obere Teil der Tapete sein sollte. Bei Vliestapeten entfällt die Weichzeit.

Tapete kleben

Vor Arbeitsbeginn sollten unbedingt die Sicherungen ausgestellt sein, damit Schalter und Dosen entfernt und angearbeitet werden können.

Tapeziert wird immer vom Fenster weg, also mit dem Lichteinfall. Ziehen Sie einen Strich mithilfe einer Latte und Wasserwaage. Dieser Strich sollte einen Abstand von ca. 52 cm ausgehend von der Raumecke haben. Klappen Sie die 2/3 Seite auf und setzen diese oben an der Markierung bündig an, lassen aber zur Decke einen Überstand stehen, der später abgeschnitten wird. Mit einer Tapezierbürste oder einer Rolle wird nun die Tapete von der Mitte nach außen gehend angedrückt. Jetzt wird die 1/3 Seite aufgeklappt und wieder von der Mitte ausgehend angedrückt. Jetzt wird die Tapete unten und oben abgeschnitten, wobei im oberen Bereich die Tapete mit dem Scherenrücken durch Andrücken markiert wird und dann an der Markierung abgeschnitten wird. Die zweite Möglichkeit ist die Kante mit einem Cuttermesser zu beschneiden, hierbei wird die Tapete mit einer Tapezierspachtel in die Ecke gedrückt und an der Kante der Spachtel abgeschnitten.

Beim Tapezieren von Papiertapeten ist unbedingt Zugluft zu vermeiden, da sonnst die Tapete ungleichmäßig trocknet und die Nähte aufplatzen.

 

Comments are closed.